Liebeserklärung an das Glückskraut

Gabriele Stoll hat ein Buch geschrieben über Verveine

27.03.2010 Klaus Krüger

Verveine-Buch - Verlag
Verveine-Buch - Verlag
Seit 2003 kultiviert Gabriele Stoll in ihrem Hofweierer Kulinargarten das Glückskraut La Verveine. Sie verarbeitet das Kraut - und hat jetzt ein Buch darüber geschrieben.

Wer bei Verveine einen Fehler macht, der bereut ihn bitter. Oder vielmehr herb-bitter. Denn so schmeckt der Aufguss der in Deutschland gebräuchlichen Heilpflanze Verbena officinalis. Wer hingegen den fruchtig-frischen Geruch und Geschmack von Zitrone liebt, der sollte zu Aloysia triphylla greifen – besser bekannt als Verveine; zumindest jenseits der Rheines. In Frankreich ist die Pflanze höchst populär und gehört zu jedem provencalischen Markt dazu. Heimat von Aloysia triphylla sind die Anden. Vielleicht helfen uns auch zwei Namen weiter.

Das deutsche Eisenkraut

Der europäische Heilkraut-Ableger heißt zu Deutsch Eisenkraut – und hier zeigt sich schon die ganze bittere Schwere der Krautes, mag es auch medizinisch seine Berechtigung haben. Das Zitronen-Kraut aus den Anden hingegen verführt alleine mit seinem Namen Verveine zu ungeheurer Leichtigkeit. Wer beide Kräuter unterscheiden will, sollte sich ganz auf seine Nase verlassen; nur Verveine duftet intensiv nach Zitrone. Wer dem Glückskraut schnuppernd erliegt, befindet sich in bester Gesellschaft – auch Gabriele Stolls Liaison mit dem Kraut begann so. Und jetzt hat sie ein Buch darüber geschrieben.

Verführt werden von Verveine

Hierzulande lassen sich auch immer mehr Menschen von Verveine verführen. Eine, die vor sieben Jahren seinem Zauber erlegen ist, heißt also Gabriele Stoll, lebt und arbeitet in Hohberg-Hofweier und baut das Kraut seit 2003 in ihrem Kulinargarten im Hofweierer Eckartstal an. Sie hat sich ganz auf Verveine eingelassen, lässt das Kraut verarbeiten und handelt mit den Produkten – sei es Tee, Seife, oder Sekt. Und nun hat sie ihrer Liebesbeziehung zur Verveine ein Buch gewidmet.

Glückskraut und Diva

„La Verveine“ heißt es, erweitert um die poetische Unterzeile "Diva, Glückstee und Gewürzwunder". Das Buch bietet eine kulinarische Entdeckungsreise für Feinschmecker – und solche, die es werden wollen.

Das Buch verspricht also viel, und Gabriele Stoll, promovierte Agrarökonomin, versucht, auf 128 Seiten des edel gestalteten Werkes ihre Titel-Versprechen einzulösen.

Dazu lässt sie Kräuterfrauen zu Wort kommen, die Verveine in ihrem Kulinargarten kennengelernt haben und akribisch aufzeichneten, welch entspannenden Wirkung der Tee bei ihnen hat. Oder sie führt, ganz Wissenschaftlerin, wissenschaftliche Untersuchungen dazu an. Ihr Auftrag: Finde heraus, warum das Glückskraut ein Glückskraut ist.

Speisen sinnlich erleben

Wer das Thema eher sinnlich erfassen will, dem helfen vielleicht die vielen Rezepte – sie sind mit den Köchen in dem Buch dargestellt. Die Speisen sind ansprechend, liebevoll und von höchster Qualität fotografiert – wie alles in dem Band.

Weitere interessante Themen sind unter anderem: „Kinder lieben Verveine“, „Verveine für Gartenfreunde“ – mit vielen Tipps zum Anbau und zur Kultivierung und „Verveine in der Aromatherapie“.

Informatives Buch

Alles in allem ein informatives und sehr sinnliches Buch zu einem sinnlichen Kraut.

Ein wichtiger Aspekt liegt dabei auf dem ökologischen Landbau – mit Anregungen für Landwirte.

Gabriele Stoll, La Verveine, Diva, Glückstee und Gewürzwunder, Gourveine, ISBN 9783000290855, 23.50 Euro

Urheberrecht: Klaus Krüger. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

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